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he heimilichen in den walt. Und    dar nach hatte ...

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CC BY-NC-SA 4.0

he heimilichen in den walt. Und    dar nach hatte he sich manig iar beslozzin in einer sul unde enwolde von keiner vrouwin gesen werdin, noch von siner můter. Und noch enmag

   kein vrouwe darin gan. Und ein vrouwe cleidete sich mit mannes cleidern

   und wolde dar in gan. Do sie ůber daz tůrschufel trat, do viel sie zů

   růcke und starb.

 

   Jherosolime depositio sancti Symeonis prophetae, der unsen herrin Jesum

   Christum an sime arme zů temple brachte.

 

   Bildbeschreibung

 

   1. Die erste Miniatur stellt Papst Thelesphorus dar. In Entsprechung

   zum Text, der Thelesphorus’ Verdienste als Liturgie-Reformer nennt,

   zeigt das Bild ihn beim Zelebrieren der Messe. Der Papst verneigt sich

   in Gebetshaltung vor dem Altar, auf dem als einziges liturgisches Gerät

   ein Eucharistie-Kelch steht. Der Altar ist braun, rot und blau

   koloriert, in der Mitte der Vorderseite sah die Vorzeichnung einen

   Vierpaß als Schmuck vor, dessen Konturen durch die Kolorierung etwas

   verundeutlicht wurden. Thelesphorus hat eine Tonsur, er trägt eine

   blaue Tunika und eine rote Kasel, die auf der Rückseite mit einem

   vergoldeten Streifen dekoriert ist. Als Heiliger ist der Papst mit

   einem Nimbus ausgezeichnet. Hinter ihm knien in Gebetshaltung zwei in

   einfache Tuniken gekleidete junge Männer, die an der liturgischen

   Zeremonie teilzunehmen scheinen.

 

   2. Das zweite Bild zeigt den in einer Säule eingeschlossenen Styliten (Säulenheiligen) Simeon.

   Die Säule wird hier als ein Gehäuse mit Dach

   realisiert, was der legendarischen Tradition nicht ganz entspricht: es

   muß sich in Wirklichkeit um eine auf einer Säule befestigte Plattform

   gehandelt haben. Simeon ist als bärtiger Mann mit Heiligenschein

   dargestellt. Rechts von seiner Behausung fällt eine als Mann

   verkleidete Frau zu Boden (sie fällt tot um). An ihrer typisch

   weiblichen Kopfbedeckung, einem Gebände, ist sie für den Bildbetrachter

   als Frau kenntlich gemacht. Sie wird mit dem Tod bestraft, da sie trotz

   des Verbots versucht hat, sich dem Heiligen zu nähern.

 

 

 

6. Januar

 

   F. viij. Idus. Januarii

 

   Epyphania domini.

 

   Et passio sancte Marte virginis. Do sie wart von deme richtere geslagin

   und an daz fůr geworfin, daz enschadet ir nicht. Dar nach wurdin ir die

   brůste ab gesnietin. Und an deme kerkere gepinegit und uf scharfin

   schermezzirn und uf colen geweltzert. Und da starb sie an irme gebete.

 

   Bildbeschreibung

 

   1. Das erste Bild zeigt zum Fest der Epiphanie das Weinwunder auf der

   Hochzeit zu Kana. Dargestellt ist die Hochzeitstafel, an der –

   stellvertretend für die Hochzeitsgesellschaft – die wichtigsten

   Protagonisten sitzen: Jesus (mit Kreuznimbus), Maria in einem blauen

   Gewand mit vergoldetem Kragen; bei den beiden anderen einander

   zugewandten Figuren handelt es sich sehr wahrscheinlich um das

   Hochzeitspaar. Auffällig ist, daß die Brautleute – genauso wie Maria

   und Jesus – mit Heiligenscheinen ausgezeichnet sind. Zwei

   Erklärungsmöglichkeiten kommen dafür in Betracht. Zum einen kann für

   unser Bild eine im Mittelalter verbreitete Auslegung der Hochzeit zu

   Kana als Hochzeit Christi mit der Kirche eine Rolle gespielt haben. Das

   Brautpaar wäre somit ein Sinnbild des Hochzeitspaares Christus und der

   Kirche und könnte mit Nimben als Attributen der Heiligkeit erscheinen,

   die auch Personifikationen, symbolische und allegorische Gestalten

   kennzeichnen können. Zum anderen wird seit dem 12. Jh. der Bräutigam

   mit dem Apostel Johannes identifiziert, die Braut mit Maria Magdalena.

   Heiligenscheine gehören stets zu ihrer Ikonographie.

 

   Auf dem Tisch sind sechs Krüge plaziert, die hier im Wechsel hellbraun

   und blau koloriert sind. Ein Diener füllt sie mit Wasser und Jesus

   segnet die Gefäße mit der rechten Hand.

 

   Für die Farbgebung der Weinwunder-Szene wurden – wie für alle

   bisherigen Miniaturen – nur vier Farben benutzt: rot, blau, braun und

   gold. Daß Maria dabei blaues Haar zuteil wurde, ist wahrscheinlich auf

   Gedankenlosigkeit des Koloristen zurückzuführen.

 

               Zum Festgeheimnis der Epiphanie zählen traditionell vier

   Ereignisse, die die Erscheinung des Herrn bezeugen: neben derHochzeit

   zu Kana sind das die Anbetung der Könige, die Taufe Christi und

   (seltener) die Brotvermehrung. Das prominenteste Beispiel für dieses

   theologisch begründete Themen-Quartett aus der zeitlichen Nähe zum JM

   ist die von Jacobus de Voragine in der ‚Legenda aurea’ begründete

   Tradition. Die Epiphanie-Legende wird hier mit der Erwähnung aller vier

   aufeinander bezogenen Ereignisse eingeleitet.

 

   Auf dieses Verständnis der Epiphanie scheint die Illustration des JM zu

   rekurrieren. Vielleicht thematisierte die Vorlage des JM den

   Zusammenhang des Epiphanie-Festes mit der Hochzeit zu Kana noch im Text

   und brachte es im Bild zur Anschauung. Da diese Auslegung in einem

   Traditionszweig des Martyrologiums Usuardi vertreten ist, läßt sich

   ihre Verbreitung im martyrologischen Zusammenhang annehmen.

 

   2. Das zweite Bild zeigt eine Episode aus dem Martyrium der Jungfrau Martha.

   Die Heilige ist kniend, mit Nimbus und in einem braunen Gewand

   mit Goldbesatz dargestellt. Der Folterknecht packt sie bei ihrem

   rechten Oberarm und erteilt ihr Schläge mit einem Stock. Unterhalb der

   rechten Achsel fließt bereits das Blut.

 

 

 

7. Januar

 

   G. vij. Idus. Januarii

 

   In dieseme tage quam Jesus Christus mit sin

Personen5
• Jesus Christus
• Martha von Astorga, Heilige
• Simeon, der Greis
• Simeon, Stylita, Senior, Heiliger
• Telesphorus, Papst

Zitierhinweis:

Anmerkung:
Martyrologium: he heimilichen in den walt. Und    dar nach hatte ..., http://martyrologium.editionenportal.de/index.php?id=395&no_cache=1&tx_jomuseo_pi1009%5BjoDetailView%5D=marty_0004&tx_jomuseo_pi1009%5Bjopaginatepage%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Bbrowse%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Baction%5D=detailobject&tx_jomuseo_pi1009%5Bcontroller%5D=Museo, 01.12.2021.

Metadaten:

Titel:
he heimilichen in den walt. Und    dar nach hatte ...
Alternative Titel:
Jenaer Martyrologium - 0004
Objekttyp:
Handschriften

weitere Metadaten:

Datierung (individuell):
6. Januar
7. Januar
Projektklassifikation:
Martyrologium
Seitenbereich:
0004
Besitzende Institution / Datengeber:
Friedrich-Schiller-Universität Jena/Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Übergeordnetes Objekt: