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nigin pinen quam he zů gote....

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CC BY-NC-SA 4.0

nigin pinen quam he zů gote.

 

   Bildbeschreibung

 

   1. Die beiden ersten Bildszenen beziehen sich auf die Legende des

   seligen Priester Felix. Die erste Szene zeigt, wie Felix den Bischof Maximianus

   auf dem Rücken zu einer Witwe, die ihn pflegen soll, trägt.

 

   Die zweite Szene stellt Felix als Exorzisten dar: er treibt aus einer

   jungen Frau den bösen Geist aus, der hier – einem verbreiteten

   ikonographischen Muster entsprechend – in Gestalt eines kleinen Teufels

   aus dem Mund der Betroffenen ausfährt. Die Mutter des nun erlösten

   Mädchens wirft sich dankend Felix zu Füßen.

 

   2. Das Bild einer jungen Frau mit offenem Haar am rechten Bildrand läßt

   sich auf kein konkretes, im Text beschriebenes Ereignis beziehen.

   Vielleicht wurde hier zum zweiten Mal die vom bösen Geist befreite Frau

   dargestellt, und zwar nicht – wie zuvor – im Moment, sondern nach der

   Exorzierung. Die Ähnlichkeit der Frisur sowie der zur Austreibungsszene

   gerichtete Blick der Frau könnten dafür sprechen.

 

 

 

15. Januar

 

 

   A. xiij. Kal. Februarij

 

   Abacuc et Michee prophetarum. Der licham wurdin bewundin von gotlicher

   bewisunge.

 

   Iz ist ouch tag sancti Macharij des abbetes. Und der was iůnger sente Antonius

   .

 

   Und ouch tag sancti Ysidori , der an der heilicheit sines lebenes und

   deme geloubin und an den ceichen gelobet ist.

 

   Und ouch sente Berwaris des bischoves.

 

   Und sancti Mauri des abbetes.

 

   Und sancti Sulpicii des bischoves, der von kinde gelart von der

   heiligin schripht was und an heiligem lebene was. Und ouch die wile,

   daz he wertlich was, schein he an manigen tůgendin. Und ouch vater der

   můnche was und dar na zů bischove gecorn. Und also quam he zů gote.

 

   Bildbeschreibung

 

   1. Das erste Bild ist der Erwähnung von Habakuk und Michäas, zwei von

   den zwölf Kleinen Propheten, zuzuordnen. Es stellt die Entführung

   Habakuks von Jerusalem nach Babylon durch einen Engel dar – eine

   Episode, von der das alttestamentliche Buch Daniel berichtet (Dan

   14,33-39): Der in Jerusalem lebende Habakuk hat eine Mahlzeit gekocht,

   Brot in einen Napf gebrockt und will das Essen den Arbeitern auf dem

   Feld bringen. In diesem Augenblick erhält er von einem Engel die

   Weisung, das Essen nach Babylon, und zwar zu Daniel in die Löwengrube

   zu bringen. Auf Habakuks Verwunderung über eine solche Aufforderung hin

   wird er vom Engel an den Haaren ergriffen und nach Babylon an den Rand

   der Grube versetzt. Auf dem JM-Bild sehen wir, wie Habakuk vom Engel

   nach Babylon getragen wird. In seiner rechten Hand hält der Prophet ein

   Behältnis mit dem nun für Daniel bestimmten Essen. Die Miniatur reiht

   sich in eine ikonographische Tradition ein, die bereits in der

   frühchristlichen Kunst vertreten ist, so auf dem Relief der Holztür von

   S. Sabina in Rom (um 430). Ikonographisch näher steht dem JM-Bild

   allerdings z.B. die Miniatur einer westfälischen Bibel.

 

   2. Das Standbild eines in eine weiße Kutte gekleideten, tonsurierten

   Geistlichen mit Nimbus und Abtsstab ist dem heiligen Abt Makarius

   zuzuordnen.

 

   3. Der tonsurierte Geistliche mit Nimbus in einem rot-blauen Gewand ist

   wahrscheinlich mit dem seligen Isidor von Alexandrien (von Ägypten),

   einem Priester und Asketen, zu identifizieren. Isidor wendet seinen

   Kopf leicht nach rechts, seine Hände bewegt er in Redegebärde in die

   andere Richtung. Die Darstellung erweckt den Eindruck, daß Isidor sich

   mit den ihn umgebenden Figuren im Gespräch befindet.

 

   4. Das Bild eines Bischofs könnte sowohl dem Bischof Berwar als auch

   dem am Schluß erwähnten Bischof Sulpitius gelten. Der Bischof erscheint

   mit Heiligenschein, Mitra, in einer hellbraunen Tunika, mit einem

   vergoldeten Pallium.

 

   5. Das letzte Bild am rechten Rand des Bildstreifens bezieht sich auf

   den Abt Maurus. Der Geistliche ist mit Nimbus, Tonsur, Bart und

   Abtsstab dargestellt, bekleidet mit einer weißen Kutte.

 

 

 

16. Januar

 

   B. xvij. Kal. Februarij

 

   Rome Marcelli papae et martyris. Der machte kirchhove an dem wege

   Salaria und seite fůmf und zwenz[i]c zeichen in der stat zů Rome durch

   die toufe und růwe von den

Personen11
• Antonius, Abbas
• Bernwardus, Hildesheimensis
• Felix, von Nola
• Habakuk
• Isidor, von Alexandrien, Heiliger
• Macarius, Alexandrinus
• Marcellus I., Papst
• Maurus, von Subiaco, Heiliger
• Maximus, von Nola, Heiliger
• Micha
• Sulpicius II., Bituricensis

Zitierhinweis:

Anmerkung:
Martyrologium: nigin pinen quam he zů gote...., http://martyrologium.editionenportal.de/index.php?id=395&no_cache=1&tx_jomuseo_pi1009%5BjoDetailView%5D=marty_0010&tx_jomuseo_pi1009%5Bjopaginatepage%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Bbrowse%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Baction%5D=detailobject&tx_jomuseo_pi1009%5Bcontroller%5D=Museo, 01.12.2021.

Metadaten:

Titel:
nigin pinen quam he zů gote....
Alternative Titel:
Jenaer Martyrologium - 0010
Objekttyp:
Handschriften

weitere Metadaten:

Datierung (individuell):
15. Januar
16. Januar
Projektklassifikation:
Martyrologium
Seitenbereich:
0010
Besitzende Institution / Datengeber:
Friedrich-Schiller-Universität Jena/Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Übergeordnetes Objekt: