Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.

Dirre gebot, daz man under deme...

BE_1028_0000_00.tif
BE_1028_0000_00.tif
CC BY-NC-SA 4.0

Dirre gebot, daz man under deme

   stilnisse „Sanctus, sanctus, sanctus“ sůnge.

 

   Und Herenei , der was ein bischof.

 

   Und ander nůne .

 

   Und Epyphani , der was bischof.

 

   Bildbeschreibung:

 

   1. Die erste Bildszene gilt dem Märtyrertod des Papstes Sixtus durch

   Enthauptung. Hier hat man nicht zu einer typischen

   Enthauptungsikonographie gegriffen, bei der sich der Märtyrer in

   Gebetshaltung vor dem Scharfrichter kniet. Das Portrait des Papstes

   entspricht vielmehr dem Muster eines repräsentativen Standbildes:

   Sixtus erscheint im päpstlichen Ornat mit Rede- bzw. Lehrgestus. Links

   von ihm ist ein Scherge abgebildet, der zu einem Schwertschlag ausholt.

   Die eigentümliche Mischung aus Martyriums- und

   Repräsentationsikonographie wird dem Text in einer besonderen Weise

   gerecht, indem sie die beiden zur Charakterisierung des Heiligen

   benannten Aspekte im Bild verbindet: das höchste kirchliche Amt, in

   dessen Rahmen Sixtus als Liturgiereformer sich auszeichnete, und das

   Martyrium.

 

   2. Das zweite Bischofsstandbild ist auf den Bischof Hereneus (Irenäus)

   zu beziehen.

 

   3. Im letzten Bild ist die Enthauptung zweier Bischöfe dargestellt,

   wobei man nur einen mit dem im Text genannten Bischof Epyphanus

   identifizieren kann.

 

 

 

   7. April

 

   F. vij. Idus. Aprilis.

 

   Sancti Hiesippi , der ist ouch Iosephus geheizin und hat vil bůchir

   geschriebin.

 

   Und zů Rome Celestini , der was pabist acht iar.

 

   Und zů Alexandria Pelosi , der was ein priestir.

 

   Und zů Nycomedia sancti Ciriaci mit andirn zenin .

 

   Bildbeschreibung:

 

   1. Als erster ist der heilige Hiesippus (Hegesippus) in einer braunen

   Kutte, mit Tonsur und Heiligenschein zu sehen. Als

   Kirchenschriftsteller wird er mit einem Lehrgestus abgebildet.

 

   2. Die Standfigur eines Heiligen mit Mitra und Pallium läßt sich auf

   den Papst Celestinus beziehen.

 

   3. Hinter den überwiegend braun kolorierten Erdschollen sind vier

   nimbierte Heilige dargestellt, bei der letzten Figur handelt es sich

   wahrscheinlich um eine Frau (längeres gelocktes Haar). Es können an

   dieser Stelle Ciriacus und seine Leidensgenossen gemeint sein, von

   denen statt insgesamt zehn stellvertretend nur drei abgebildet wurden.

 

 

 

   8. April

 

   G. vj. Idus. Aprilis.

 

   Zu Dorengen sancti Perpetui , der was bischof und lebite vil

   heiliglichin. Dirre machte ein můnstir uf sente Mertinis benete.

 

   Und zů Affrica sanctorum Januarij , Macharij und Maximi .

 

   Und zů Kartagine Concessi .

 

   Bildbeschreibung:

 

   1. Das Bild zeigt Bischof Perpetuus von Tours. Er deutet auf eine

   aufwendig gestaltete Kirche mit zwei Glockentürmen und einer Apsis. Es

   ist die unter Perpetuus errichtete, große, dem Vorgänger des Perpetuus,

   heiligen Martin von Tours geweihte Basilika in Tours. Bemerkenswert

   ist, daß es sich bei der Kirche nicht um eine schematische

   Phantasie-Architektur handelt (wie sonst im JM, wenn Häuser,

   Gefängnisse etc. im Bild dargestellt werden), sondern um eine sehr

   genaue Nachzeichnung der Kathedrale von Tours. Jene wurde ab 1125 über

   älteren Fundamenten im gotischen Stil gebaut. Da die Kirche im Bild

   eindeutig gotische Stilmerkmale trägt (Spitzbogenfenster und

   Krabbenverzierungen der Glockentürme), können wir annehmen, daß das

   ikonographische Vorbild für die JM-Zeichnung etwa nach der Mitte des

   12. Jahrhunderts entstand.

 

   2. Die drei nimbierten Heiligen lassen sich mit den in Afrika

   gemarterten Januarius, Macharius und Maximus identifizieren. Da der

   Text keine Informationen über die Art des Martyriums enthält, muß sich

   das Bild mit einfachen Portraits begnügen.

 

 

 

   9. April

 

   A. v. Idus. Aprilis.

 

   Zů Smirna wurdin siebin megide gemartirt.

 

   Und zů Anthiochia sancti Procori . Der was dyacon und wart gemartirt.

 

   Und des selbin tagis ist ouch sente Marien Egyptien tag, die in irme

   zwelftin iare liez ire mage und quam zů Alex

Zitierhinweis:

Anmerkung:
Martyrologium: Dirre gebot, daz man under deme..., http://martyrologium.editionenportal.de/index.php?id=395&no_cache=1&tx_jomuseo_pi1009%5BjoDetailView%5D=marty_0055&tx_jomuseo_pi1009%5Bjopaginatepage%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Bh%5D=1&tx_jomuseo_pi1009%5Baction%5D=detailobject&tx_jomuseo_pi1009%5Bcontroller%5D=Museo, 01.12.2021.

Metadaten:

Titel:
Dirre gebot, daz man under deme...
Alternative Titel:
Jenaer Martyrologium - 0055
Objekttyp:
Handschriften

weitere Metadaten:

Projektklassifikation:
Martyrologium
Seitenbereich:
0055
Besitzende Institution / Datengeber:
Friedrich-Schiller-Universität Jena/Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Übergeordnetes Objekt: